17.10. 2025
Lass uns einen Spaziergang machen...
Wenn im Herbst das Wetter trüber wird, abends dichter Nebel einfällt und die nächtliche Kälte die Blätter bunt färbt, dann zieht es mich hinaus in den Wald, der sich hinter unserem Garten erstreckt. Der Wald beginnt bereits auf unserem Grundstück und wuchert unser kleines Gartentor immer mehr zu.
Es ist Oktober und ich habe an einem verhangenen Nachmittag endlich Zeit, ausgerüstet mit Kamera, Tasche und halbwegs brauchbarem Schuhwerk loszuziehen.
Ich schlage mich durch die Büsche, bis ich das Tor finde und Schritt über die Schwelle bringt mich in den Ernstbrunner Eichenwald, dessen weicher, dunkler Boden übersät ist von Schneckenhäusern.

In diesem Wald ist es eigentlich gar nicht möglich, drei Schritte weit zu kommen, ohne ein Schneckhäuschen zu finden. Ich ignoriere die erste Flut an möglichen Funden und gehe einfach mal drauf los. Als wir 2015 begonnen haben, unseren Grund bewohnbar zu machen, war der erste Schritt das Vermessen der Grundgrenzen. Von diesem Baum hatte ich so gehofft, dass er noch auf unserem Grund steht. Leider war das nicht der Fall. Ich hoffe, er wird niemals irgendeiner Kettensäge zum Opfer fallen und ewig da stehen, wo er jetzt steht. Knapp außerhalb unseres Gartenzauns, von wo aus er seine mächtigen dunklen Äste hoch in den Himmel erhebt.

Gut, jetzt können wir beginnen, ein paar Funde aufzulesen... Es nutzt ja doch nichts, am liebsten würde ich jedes Häuschen mitnehmen.
Wenn ich wieder zuhause bin, werden die Häuschen gebürstet, gewaschen und abgekocht. Nur so kann ich sichergehen, dass sich während des Bemalens nicht noch die Überreste der einstigen Bewohner darin befinden... :)


